Dr. Kerstin Boldt

Als Apothekerin bei der DKG e.V. hat Sie bereits an zahlreichen Leitfäden und gesetzlichen Vorgaben für die Patienten- und Arzneimittelversorgung in Krankenhäusern mitgewirkt. Im Zusammenhang mit der Digitalisierung sind für den Medikationsprozess insbesondere eRezept, eMedikationsplan bzw. die MIO Medikation relevant.

Ihr Statement zum Thema:

Ich halte den 3D Druck von Arzneimitteln für nützlich bei ausgewählten chronischen Erkrankungen zur Verbesserung der Einnahmetreue ,z.B. bei Hypertonie, und wenn Dosierungen variieren, z.B. in der Kindermedizin. Die Auswahl eines geeigneten Anwendungsfalls wird entscheidend sein für eine gute Etablierung des 3D Drucks von Arzneimitteln in der Versorgung.  In definierten  Anwendungsbereichen könnte ich mir vorstellen, dass der 3D Druck von Arzneimitteln aufwendige patientenindividuelle Rezepturen in Apotheken ersetzt und für Standardmedikation eingesetzt wird. Diese müssen allerdings gewichtsdaptiert sein (Kinder). Außerdem könnten gedruckte „Multidose-Pillen“ das Stellen oder Verblistern bei chronischen Erkrankungen erübrigen. Auch könnte der 3D Druck zukünftig helfen, Lieferengpässe bei Notfall – und Standardmedikation besser zu überbrücken (vgl. Lieferengpässe bei Schmerzmittel-Säften für Kinder).

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