Ein aktueller Beitrag von Jenny Chen auf 3DHEALS beschreibt den Weg eines neuartigen 3D-gedruckten Stents in die Versorgung. Der konkrete Anwendungsfall stammt aus der Medizintechnik und dem US-amerikanischen Gesundheitssystem – die dahinterliegende Frage ist jedoch universell:
Was passiert, wenn eine Innovation besser ist, dafür aber keine passende Vergütung existiert?
Nicht die Technologie wird bezahlt, sondern ihr Mehrwert
3D Printing ermöglicht bei dem beschriebenen Stent eine neuartige Geometrie und ein biologisch abbaubares Produkt. Dadurch könnte unter anderem ein weiterer Eingriff zur Entfernung des Stents vermieden werden.
Doch ein Produkt wird nicht besser vergütet, nur weil es 3D-gedruckt wurde. Entscheidend ist der nachweisbare Mehrwert: beispielsweise weniger Eingriffe, weniger Komplikationen oder geringere Gesamtkosten.
Für Pharmaceutical 3D Printing stellt sich dieselbe Frage.
Ein patientenindividuell gedrucktes Arzneimittel schafft nicht automatisch einen Mehrwert durch die Technologie selbst. Relevant wird, ob beispielsweise eine präzisere Dosierung, bessere Adhärenz, weniger Medikationsfehler, eine effizientere Herstellung oder vermiedene Komplikationen erreicht werden können.
Wer investiert – und wer profitiert?
Hinzu kommt eine zweite Herausforderung: Die Kosten einer Innovation und ihr Nutzen entstehen nicht zwangsläufig an derselben Stelle.
Eine Apotheke könnte beispielsweise in neue Herstellungstechnologie investieren, während ein klinischer Nutzen oder vermiedene Behandlungskosten an anderer Stelle im Gesundheitssystem entstehen.
Damit wird die Frage der Erstattung zu einem wichtigen Bestandteil der Diskussion über die Einführung von Pharmaceutical 3D Printing.
Bei 3PRIMED am 1. Oktober in Berlin wollen wir deshalb nicht nur über Technologie und Herstellung sprechen, sondern auch über klinischen Mehrwert, Wirtschaftlichkeit und Erstattung.
Denn auf dem Weg von der Forschung in die Versorgung reicht „besser“ allein möglicherweise nicht aus.
