„Wel innovatie, geen opschaling“ – „Innovation ja, aber keine Skalierung“ lautet der Titel eines aktuellen Papers von CbusineZ, einem niederländischen Impact-Investor aus dem Umfeld des Krankenversicherers CZ.
Die zentrale Botschaft ist auch für Pharmaceutical 3D Printing relevant: Innovationen können technisch funktionieren und ihren Nutzen in Pilotprojekten zeigen – und trotzdem an der Schwelle zur Regelversorgung stehen bleiben.
Ein wesentlicher Grund dafür ist die Finanzierung und Erstattung. CbusineZ-Paper-Bekostiging-Zorginnovatie.pdfPDF
Erstattung nicht erst am Ende mitdenken
Eine der Empfehlungen von CbusineZ ist deshalb, die spätere Finanzierung bereits beim Design einer Innovation zu berücksichtigen. Gleichzeitig sollte früh damit begonnen werden, Daten über ihren tatsächlichen Mehrwert zu sammeln. CbusineZ-Paper-Bekostiging-Zorginnovatie.pdfPDF
Für Pharmaceutical 3D Printing ist das besonders interessant. Denn hier sind zahlreiche Akteure beteiligt:
Entwickler und Hersteller investieren in Technologie und Formulierungen. Apotheken benötigen Herstellungsprozesse, Qualitätssicherung und qualifiziertes Personal. Ärztinnen und Ärzte müssen individualisierte Arzneimittel sinnvoll verordnen können. Pflegekräfte müssen sie sicher in den Medikationsprozess integrieren. Und Kostenträger müssen beurteilen können, ob ein relevanter klinischer und wirtschaftlicher Mehrwert entsteht.
Kosten, Nutzen und Verantwortung sind verteilt
Genau diese Verteilung kann zum Problem werden. CbusineZ beschreibt, dass die Kosten einer Innovation in einem Bereich entstehen können, während die finanziellen Vorteile an anderer Stelle im Gesundheitssystem realisiert werden. CbusineZ-Paper-Bekostiging-Zorginnovatie.pdfPDF
Für Pharmaceutical 3D Printing ergeben sich daraus zentrale Fragen:
❓ Wo entsteht der Mehrwert – und für wen?
❓ Wer investiert, wer trägt die Kosten und wer profitiert?
❓ Brauchen wir neue Erstattungsmodelle – oder ist 3D Printing teilweise eine neue Herstellungstechnologie für bestehende Leistungen?
❓ Welche klinische und gesundheitsökonomische Evidenz brauchen Kostenträger?
❓ Wie schaffen erfolgreiche Pilotprojekte den Sprung in die Regelversorgung?
Ein Thema für 3PRIMED
Diese Fragen wollen wir am 1. Oktober beim 3PRIMED Symposium in Berlin diskutieren.
Mit Dr. Silvia Bellmann von der AOK Bayern beziehen wir dabei bewusst auch die Perspektive eines Kostenträgers ein. Denn wenn Pharmaceutical 3D Printing den Schritt „Von der Forschung in die Versorgung“ schaffen soll, müssen Technologie, klinischer Nutzen und Herstellung von Anfang an mit der Frage nach einer tragfähigen Finanzierung verbunden werden.
